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Aktuelles
IMPP und Landesärztekammer Rheinland-Pfalz diskutieren Impulse der Prüfungsforschung als Beitrag zur Verbesserung der Patientensicherheit (PM LÄK RLP v. 11.12.2018)

Bei der Vergabe freier Stellen in Krankenhäusern wird häufig auch auf Fachkräfte aus dem Ausland gesetzt. Um das Wohl jedes einzelnen Patienten zu gewährleisten, ist es wichtig, einheitliche Prüfungsstandards festzulegen, die unabhängig vom Ausbildungsort eine Vergleichbarkeit garantieren.  Patientensicherheit und kollegiale Sicherheit stehen hier im Vordergrund. Wie zukünftig mit dieser Herausforderung umzugehen ist, wollen das Institut für Medizinische und Pharmazeutische Prüfungsfragen (IMPP) und die Landesärztekammer Rheinland-Pfalz am Dienstag, den 11. Dezember, bei ihrem Symposium „Überprüfung ausländischer Berufsqualifikationen“ mit internationalen Experten wissenschaftlich diskutieren.


Neben Prof. Dr. med. Jana Jünger, MME, Direktorin des IMPP, werden unter anderem der Präsident der Landesärztekammer Rheinland-Pfalz, Dr. med. Günther Matheis und Prof. Dr. med. Ulrich Förstermann, Wissenschaftlicher Vorstand der Universitätsmedizin Mainz, referieren. Im Mittelpunkt des wissenschaftlichen Austauschs berichten die internationalen Prüfungsexperten Prof. John Norcini und Prof. Ara Tekian, wie in den USA die Qualität von Ärzten mit ausländischer Berufsqualifikation überprüft wird sowie über ihre Erfahrungen zur internationalen Vergleichbarkeit von Medizincurricula. Darüber hinaus wird Prof. Dr. med. Nguyen von der Pham Ngoc Thach University of Medicine in Ho-Chi-Minh-Stadt, Vietnam über ein gemeinsames deutsch-vietnamesisches Forschungsprojekt zur Vergleichbarkeit von Abschlussexamina in der Medizin in Deutschland und Vietnam berichten.

Symposium als Impulsgeber
Das Symposium in der Akademie für Ärztliche Fortbildung Rheinland-Pfalz soll einen Impuls für die wissenschaftliche Diskussion der standardisierten Prüfung für Ärzte geben. „Das Symposium soll die Frage klären, wie groß die Vergleichbarkeit ist beziehungsweise ob sie überhaupt gegeben ist. Mit dem Masterplan Medizinstudium 2020 werden in Deutschland die Weichen gestellt, um in Ausbildung und Prüfungen eine vertrauensvolle Arzt-Patient-Kommunikation noch besser abzubilden oder auch neue Themen wie Digitalisierung und interprofessionelle Zusammenarbeit aufzugreifen“, erläutert Prof. Dr. med. Jana Jünger. „Ziel ist es, in Zukunft unsere Studierenden optimal auf den Berufsalltag vorzubereiten. Patientenorientierung und Patientensicherheit müssen hier an erster Stelle stehen. Es gibt wissenschaftliche Möglichkeiten die Vergleichbarkeit zu gewährleisten“, so Prof. Jünger weiter.

Standardisierung als Ziel
„Der Kenntnisstand von Ärztinnen und Ärzten, die in Drittstaaten eine ärztliche Ausbildung absolviert haben und nun in Deutschland arbeiten möchten, muss mit dem Kenntnisstand vergleichbar sein, über den Ärztinnen und Ärzte verfügen, die in Deutschland die ärztliche Ausbildung absolviert und Staatsexamina bestanden haben“, erklärt Dr. med. Günther Matheis, Präsident der Landesärztekammer Rheinland-Pfalz. Deshalb muss nach Ansicht vieler Präsidentinnen und Präsidenten der verschiedenen Landesärztekammern das bisherige Verfahren bundesweit einheitlich durch ein standardisiertes Verfahren abgelöst werden, um die hohe Qualität des Abschlusses und damit die Versorgungsqualität sowie die Patientensicherheit zu gewährleisten. Diese Prüfung muss auf dem Niveau des zweiten und dritten Staatsexamens stattfinden, damit die Abschlüsse tatsächlich vergleichbar sind, fordert Dr. Matheis.

Diese Idee aufgreifend wurden in einem Kooperationsstudiengang zwischen der Pham Ngoc Thach University of Medicine und der Universitätsmedizin Mainz bereits die deutschen Abschlussprüfungen – und damit die Qualitätssicherung – in einen vietnamesischen Studiengang integriert. Bereits im Herbst 2018 fanden die ersten M2-Prüfungen in Vietnam mit einer Erfolgsquote von über 85 Prozent statt.

„Als Universitätsmedizin Mainz und somit deutscher Partner des vietnamesisch-deutschen Kooperationsstudiengangs freuen wir uns sehr darüber, dass in Vietnam nicht nur nach Mainzer Curriculum unterrichtet wird, sondern im Rahmen des Modellprojekts mit dem IMPP auch die Abschlussprüfungen M2 und M3 approbationskonform und nach deutschem Standard durchgeführt werden können,“ erläutert der Wissenschaftliche Vorstand der Universitätsmedizin Mainz, Prof. Dr. Förstermann. „Akzeptiert man diese integrierten Examina als Überprüfung der Berufsqualifikation, wären die hohen Qualitätsansprüche des deutschen Gesundheitssystemsgewahrt und die vietnamesischen Absolventen könnten direkt eine Berufserlaubnis in Deutschland beantragen.“



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